Prominente Behse‎ > ‎

Behse Gustav, Dr.



Wir haben diesen Arzt bereits in unserer Genealogie unter den Deutschen und Deutschstämmigen aufgeführt. Er gehört zu den Nachkommen der Einwanderer aus dem Teil von Mecklenburg-Vorpommern, der von 1648 bis
1815 zum Königreich Schweden gehörte.

Seine Eintragung lautet wie folgt:
Dr.med. Gustav Behse, geboren am 06.08.1826 in St.Petersburg/Russland, verstorben am 19.02.1865 in Kursk/Russland.

Er studierte von 1845 bis 1850 Medizin an der Kaiserlichen Universität Dorpat im damaligen Livland und promovierte dort im Februar 1852. An der Universität in Helsinki haben wir kürzlich ein Exemplar seiner Doktorarbeit gefunden, die den lateinischen Titel trägt:

                              De
                    Graviditate Tubaria
                         in specie
                  Graviditate Extrauterina
                         in genere
(Über die Eileiterschwangerschft im Speziellen und die Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter im Allgemeinen).

Diese Arbeit wurde an der anatomisch-physiologischen Abteilung der Medizinischen Fakultät erstellt und mit der Promotion von Gustav Behse zum Dr.med. abgeschlossen.        

Wir haben keine weiteren Hinweise gefunden, ob ein anderer Behse an der Universität Helsinki studiert hat. Wir bekamen die Dissertation in einem speziellen Lesesaal vorgelegt. Da wir sie nicht ausleihen konnten, haben wir sie als Kopie bestellt.
Auf der Innenseite entdeckten wir eine Signatur von Albert Edelfelt (1854-1905), dass das Dissertationsexemplar einmal Prof. Otto Engström (1853-1919) gehörte. Dessen Karriere begann also erst lange nach dem Tode von Gustav Behse (1865). Offensichtlich hatte Prof. Engström medizinische Literatur gesammelt, beide beschäftigten sich mit der Fachrichtung Gynäkologie.

Was Albert Edelfelt zu Gustav Behse schrieb, steht weiter unten. Wir können aber festhalten, dass dies eine Wertschätzung von Prof. Engström gegenüber Dr.Behse darstellt, obwohl sie sich wegen des Altersunter-schiedes nicht direkt begegnet sind.
 Nach seiner Promotion 1852 in Dorpat war Dr.Gustav Behse als Schiffsarzt bei der russ.-amerikanischen Companie tätig, danach als Arzt erst in Sitka und dann bei der Familie Karamzins südlich von Moskau. Anschließend war er in Belgorod bei Kursk nahe der ukrainischen Grenze und schließlich als Oberarzt am Städtischen Krankenhaus in Kursk.

1860 heiratete er in Moskau Julia Müller aus Dorpat. Beide sind auf einem Familiengemälde portraitiert worden, das sein älterer Bruder Johannes Daniel Behse (1922-1894, Portraitmaler und Fotograf) um 1865 gemalt hat. Wir haben das Gemälde,auf dem noch weitere 14 Familienmitglieder abgebildet sind, vervielfältigt und gerahmt. Es ist ein Dokument der Familiengeschichte (Einige von uns besitzen bereits eine Kopie, die für einen geringen Preis erhalten werden kann).

Das Ehepaar hatte drei Töchter, Louise Natalie (1861), Julie Margarethe Elise (1862) und Marie Jeannette Emilie (1864). Als Dr.Gustav Behse starb, waren seine Töchter gerade 1 - 4 Jahre alt. Die Todesursache ist uns nicht bekannt. Seine Familie zog daraufhin nach Dorpat. Die Töchter blieben unverheiratet, sie wurden Hauslehrerinnen und lebten noch bis nach 1930 in Tartu. Innerhalb der Familie Behse wurden sie die "drei kleinen Tanten" genannt.






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